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Letztes Jahr hatte der Alburger Lehrer Stefan Spanner die Idee, dass man an der Mittelschule St. Stephan einen Talentabend veranstalten könnte. Gesagt, getan. Jetzt waren die Schüler gefragt. Ein Laufzettel brachte Erstaunliches zutage: Fußball-Trickser, Roller-Experten, Gesangstalente, Klavierspieler, Jongleure und Vieles mehr. Die Schüler sollten zeigen, welchen Hobbys sie in ihrer Freizeit außerhalb der Schule nachgehen. Es wurde ein voller Erfolg. Die Veranstaltung schrie praktisch nach einer Wiederholung. Jetzt war es wieder so weit. Die Schule stellte Turnhalle und Stühle zur Verfügung, eine professionelle Licht- und Tonanlage steuerte die Band Bernie & The Magic Tones bei. Den Rest mussten die Schüler in Eigenregie organisieren. Die Alburger Schülersprecherin Violetta Flat und ihre Freundin Kimberly Kusche erklärten sich sofort bereit, durch den Abend zu führen. Was es letztendlich bedeutet, so ein Vorhaben durchzuführen, haben Sie auf unserer Homepage festgehalten. Viel Spaß beim Lesen!

 

Violetta, Herr Vogel und Kimberly

 

Wie alles begann

Von Kimberly Kusche und Violetta Flat, Klasse M 10

Alles fing damit an, dass Herr Spanner in unserer Klasse gefragt hat, ob jemand den Talentabend moderieren möchte.

Daraufhin meinte Kimi zu Vio: „Hey, Vio, lass uns doch mal den Talentabend moderieren“.  Damit hat alles angefangen.

Die Planung startete, das erste war das Casting in der Turnhalle. Herr Spanner und Frau Weber bildeten die Jury. Da haben wir auch schon die ersten Einblicke in die Talente unserer Schüler bekommen und haben uns gleichzeitig gedacht: „Och Gott, das kann was werden!“

Es war chaotisch: Musik vergessen, Texte nicht oder nicht ganz auswendig gelernt, Unstimmigkeiten untereinander. Ein bisschen Zickerei war auch dabei: „Nein, wir treten jetzt doch nicht auf!“ Oder war es nur Unsicherheit oder Stress? In unseren Mägen grummelte es auch langsam; Nervosität machte sich breit: „Schaffen wir das? Mit der Merkelraute waren wir schließlich auf der sicheren Seite: „Wir schaffen das!“

Gänsehaut gab es gleich bei einer Boygroup. Schauer liefen uns über den Rücken. Nein, das war nichts. Keine Einladung zum Recall. Es gab aber auch viel zu lachen. Der Fußball, der zum Jonglieren gedacht war, flog in alle Richtungen, kreuz und quer durch die Turnhalle. Die Jury musste nicht nur einmal den Kopf einziehen.

Nebenbei machten wir uns Notizen zu den einzelnen Vorführungen und ließen unsere Gedanken schweifen: „Welche Zusatzinformationen können wir den Zuschauern geben? Ist das witzig oder eher langweilig?“ Und ganz wichtig: „Haben wir die Haare schön?!“ Um es gleich vorweg zu nehmen: „Die Frisur saß perfekt, aber unseren einstudierten Sketch verstand niemand. Schade.“

Am Vortag wurde es dann ernst. Unser Hausmeister Herr Heigl stand mit dem Akkuschrauber bewaffnet in der Turnhalle. Ruckzuck war die Bühne aufgebaut. Ein Teppich wurde von unserer Klasse verlegt, Sichtblenden tackerten wir an den Bühnenrand und im Hintergrund wurde eine große Wand auf riesigen Stativen nach oben gezogen. Das Ganze noch hübsch beleuchtet und schon stand unsere fertige Showbühne vor uns.

Der Druck stieg langsam immer mehr. Die Jungs schleppten inzwischen 300 Stühle in die Turnhalle. Es sah ganz schick aus, was wir da aufgestellt hatten. Wir waren wirklich stolz auf uns. Nach der Generalprobe fehlten nur noch die Talente und die Zuschauer.

 

Vorbereiter und Organisator Herr Spanner

 

 

Der große Abend

Hallo, da sind wir schon wieder. Jetzt mit Abschluss-Shirt, noch warmen Haaren vom Lockenstab und Moderationskarten in den leicht feuchten, zitternden Händen: „Schaffen wir´s wirklich?“ Es gab eine Breze zur Beruhigung. Aber auch bei den Talenten lagen teilweise die Nerven blank. Es wurde hinter der Bühne deutlich hektischer. Die Turnhalle füllte sich komplett. Es wurde richtig eng und vor allem gab es kein Zurück mehr. Wir waren gefangen in der Show.

Also nach vorne und durch: „Wir schaffen das!“ Unsere Konrektorin Frau Schill begrüßte die Gäste und hielt eine schöne Rede, in der sie über Talente philosophierte. Und los ging´s. Raul und Herr Vogel beatboxten und rappten um die Wette. Der Bann war gebrochen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Tanz, Gesang, Akrobatik, Geschicklichkeitsspiele und Fußballtricks. Für jeden war etwas dabei. Jeder, der sich auf die Bühne traute, bewies Mut und zeigte vor allem Können.

Jede Darbietung wurde mit viel Applaus bedacht. Die Zuschauer waren sehr fair und drückten auch mal ein Auge zu, wenn nicht alles 100prozentig klappte. Jadda zum Beispiel war so aufgeregt, dass sie mitten im Lied komplett den Text vergaß und abbrechen musste. Alle fühlten mit ihr und Herr Spanner meinte, dass sie eine zweite Chance verdient hätte. Der zweite Versuch klappte perfekt. Sie rockte fehlerfrei die Bühne und bekam den wahrscheinlich größten Applaus des Abends. Zurecht. Diesen Auftritt wird sie nie vergessen. Und wir auch nicht.

Darius aus der 5. Klasse entpuppte sich während der Show als technisches Multitalent. Er war für die richtige Musik, Lautstärke und den guten Ton verantwortlich. Das lag ihm wirklich. Alles war gut zu verstehen, es pfiff nicht einmal. Eine runde Sache.

90 Minuten Hochspannung für alle Beteiligten gingen aber schließlich auch ihrem Ende entgegen. Herr Spanner hatte extra schöne Urkunden ausgedruckt, die er gemeinsam mit Frau Schill an die stolzen Teilnehmer verteilte. Wir waren ganz überrascht, dass wir als Moderatorinnen auch welche bekamen.

Am nächsten Tag bauten wir alles wieder ab: Las Vegas verschwand und es wurde wieder geturnt, natürlich mit Tränen in den Augen, weil alles so schnell vorbei war. Für uns beide war es eine tolle Erfahrung. Wir trauen uns jetzt mehr zu. So eine Möglichkeit vor vielen fremden Leuten zu sprechen hat man ja nicht immer. Vielleicht bucht uns ja jemand in Zukunft für große Veranstaltungen. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, wie es geht. Tschüß, bis zum nächsten Talentabend! Wir sind dann auch wieder dabei. Allerdings als Zuschauer, weil wir ja heuer die Schule mit der Mittleren Reife verlassen. Eure Vio und Kimii.

 

 

 

 

 

 


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