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„Prüfen, Rufen, Drücken!“, schreit Kaya Yanar per Videoclip auf die Alburger Mittelschüler herab. Diese sitzen gerade gebannt um 10 Reanimationspuppen herum. Im Rahmen des Projekts „Schüler retten Leben“, das von der Stadt Straubing als Gesundheitsregion unterstützt wird, veranstaltete die Mittelschule St. Stephan Alburg Workshops zum Thema Herz-Druck-Massage.

 

Deutschland hinkt im internationalen Vergleich im Bereich „Laienreanimation“ deutlich hinterher. Lediglich 16 von 100 Menschen mit Herzstillstand werden von anwesenden Ersthelfern reanimiert. Diese Scheu soll abgelegt werden, denn schon die ersten Minuten sind entscheidend. Daher trainieren bereits Schüler der 5. Klasse das richtige Verhalten im Notfall. Die vom Straubinger Rotary-Club gesponserten Reanimationspuppen dienen den Schülern dabei, die richtige Technik zu erlernen.

 

„Des is fei ganz sche krass!“, ruft Franziska den Lehrern Bernhard Hartl und Kevin Koch zu. Mindestens 100 Mal pro Minuten müssen die Helfer nämlich den Brustkorb komprimieren. Und das Ganze dann auch noch 7 Minuten lang. Denn so lange dauert es im Stadtgebiet ungefähr, bis professionelle Hilfe eintrifft. Würden die Schüler nichts unternehmen, wären nach 5 Minuten irreparable Hirnschäden die Folge.

 

Der Rektor Raimund Betz steht zu 100% hinter dem Projekt: „Gerade wir als Ganztagsschule haben neben dem Vermitteln von Wissen auch die Aufgabe, die Schüler zu Personen zu erziehen, die in ihrer Freizeit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“

 

Neben den praktischen Übungen bekamen die Schüler selbstentworfene Materialien an die Hand, mit denen sie das erworbene Wissen auch theoretisch sichern und vertiefen konnten. Auch in Zukunft soll sich das Projekt – so stellen es sich die Ansprechpartner Stadt und Rotary-Club vor - in der Region Straubing etablieren. Das Beispiel Dänemark dient hier als Vorbild. Bereits nach zehn Jahren verdreifachte sich die Anzahl der Reanimationen durch Ersthelfer. Durch regelmäßig angebotene Kurse soll dieser positive Effekt auch bei uns eintreten. Dann heißt es wieder: “Prüfen! Rufen! Drücken!”

 

 Schüler der Mittelschule Alburg proben den Ernstfall der Reanimation (Artikel und Bild: Bernhard Hartl).


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